"Gorlebener Gebet" für verstorbene Atomkraft-Gegnerin

"Gorlebener Gebet" für verstorbene Atomkraft-Gegnerin
Bei zahlreichen Veranstaltungen im Wendland haben Angehörige, Freunde und politische Mitstreiter am Wochenende der verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Marianne Fritzen, gedacht.

Teilnehmer des "Gorlebener Gebetes" erinnerten am Sonntag daran, dass Fritzen die wöchentlichen Andachten an den Gorlebener Atomanlagen von Beginn an mitgeprägt habe. Die Atomkraft-Gegnerin war am Samstag beigesetzt worden.

Marianne Fritzen war in der Nacht zum vergangenen Montag im Alter von 91 Jahren an den Folgen einer Operation gestorben. Sie war 1973 Mitbegründerin der Bürgerinitiative und bis 1982 deren Vorsitzende. Später übernahm sie den Ehrenvorsitz. Bundesweit galt sie als das Gesicht des Anti-Atom-Protestes im Kreis Lüchow-Dannenberg.

An einem ökumenischen Trauergottesdienst in der St. Johanniskirche in Lüchow nahmen am Sonnabend mehr als 300 Menschen Abschied von Fritzen. Auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel, der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin (beide Grüne) sowie der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, legten Blumen auf dem Grab ab.

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