Zehntausende Analphabeten unter Flüchtlingen

Übungsseite für Analphabeten

Foto: dpa/Patrick Pleul

An den speziellen Integrationskursen für Analphabeten nehmen viele Flüchtlinge in Deutschland teil.

Zehntausende Analphabeten unter Flüchtlingen
Unter den Flüchtlingen in Deutschland gibt es offenbar eine Vielzahl von Analphabeten. Wie die "Bild am Sonntag" meldet, nahmen im ersten Halbjahr 2017 rund 43.000 Menschen an einem speziellen Integrationskurs für Analphabeten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge teil.

Das sei ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Trotz extra kleiner Lerngruppen und bis zu 1.300 Unterrichtsstunden sprächen danach immer noch vier von fünf Kursteilnehmern so schlecht Deutsch, dass sie keine Aussicht auf einen Helfer-Job oder eine Ausbildung haben. Nur 17 Prozent der Teilnehmer erreichten das Sprachniveau B1, das Jobcenter und Arbeitsagenturen als Mindestanforderung für einen Helfer-Job bezeichnen. Besonders schlecht schnitten Flüchtlinge aus Eritrea und dem Irak bei den Sprachtests ab.

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Wer kennt das nicht: AGBs, Gesetzestexte oder Schreiben einer Behörde, bei denen man nichts versteht. So geht es Menschen mit Behinderung, Migrationshintergrund oder auch Analphabeten sogar schon bei vermeintlich normalen Texten.
Weltweit können mindestens 750 Millionen Erwachsene noch immer nicht lesen und schreiben. Die Anzahl der Analphabeten habe sich im Vergleich zum vorigen Jahr kaum verringert, teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn am Donnerstag mit.