Zeitmanagement mit dem Buch der Bücher

Aufgeschlagener Kalender

© unsplash/Eric Rothermel

Nikolaus Obersteiner ist überzeugt: "Es gibt kein besseres Zeitmanagement als das biblische." (Symbolbild)

Sieben-Tage-Woche des Schöpfers
Zeitmanagement mit dem Buch der Bücher
Woher kommt die Woche? Ein Jahr sei astronomisch zu begründen, sagt Nikolaus Obersteiner aus München, die Woche hingegen sei von Gott eingesetzt.

Nikolaus Obersteiner kennt die Versuche des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. oder der Russischen Revolution, einen anderen als den Sieben-Tage-Rhythmus festzulegen - genauso wie deren Scheitern, erläutert das Mitglied einer evangelischen Freikirche im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

In München betreibt Obersteiner außerdem ein Unternehmen mit dem Namen "weekview", das Zeitplansysteme anbietet. Die klassische Zeitvorstellung vieler Menschen - ein Tag, ein Monat, ein Jahr - vergleicht er mit einem Dreiganggetriebe: "Würden Sie so ein Auto gerne fahren?" Das "Zeitgetriebe der Bibel" sei viel feiner abgestuft: Auf einen Tag folge die Woche, ein Quartal oder eine Jahreszeit haben 13 Wochen, mal vier ergibt ein Jahr, darüber stehe die Einheit von sieben Jahren: "Deshalb gibt es das Sabbatjahr." Diese Struktur sei gesund. "Gott hat das als Schöpfer vorgemacht und am siebten Tag geruht. Er hat gesagt, macht es mir nach."

"Wir sind in diesem Rhythmus drin", sagt Obersteiner. Niemand möge Geschäftstermine am Samstag oder Sonntag. Den Siebentagesrhythmus ganz bewusst zu leben, sei dann nochmals etwas anderes. "Dass ich einen Zeitraum brauche, in dem ich wirklich runterfahre, eine Art Mikrourlaub, das haben viele nicht verstanden."

Wie nun bringt ein Mensch seine Ziele mit dem Terminkalender in Einklang? "Zuerst muss ich mein Ziel wissen", sagt Obersteiner. "Ein Christ muss wissen, wo Gott ihn haben will - wo sind seine Gaben und Talente, wo ist seine Berufung?" Als zweiter Schritt komme die Planung, das Suchen des Weges, kämen Gespräche und das Festlegen von Prioritäten. Dann erst folge das Tun, das wiederum ganz andere Tugenden verlange: Mut, Anpassung, Fleiß, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen.

Wichtig sei immer wieder die Selbstreflexion, das kritische Hinterfragen des eigenen Tuns: "Wohl dem, der sich der Stunde der Wahrheit stellt." Es lohne sich, an seinem Innern, den eigenen Wurzeln zu arbeiten, Mängel zu erkennen. Für so einen Rückblick, so ein Nachdenken sei der Sonntag ein guter Rhythmus. Es funktioniere auch für ein Quartal oder ein ganzes Jahr. "Oder man kann nach sechs Jahren einfach mal einen neuen Schritt machen." Insgesamt ist Obersteiner überzeugt: "Es gibt kein besseres Zeitmanagement als das biblische."

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Silvester und Neujahr

Erst seit dem 16. Jahrhundert endet das Jahr am 31. Dezember. Damals überarbeitete Papst Gregor XIII. den julianischen Kalender. Er sollte noch präziser werden. Der letzte Tag des Jahres wurde nach hinten verschoben: vom 24. auf den 31. Dezember. Das war der Todestag von Papst Silvester I.. Der Bischof von Rom war am 31. Dezember 335 gestorben. Silvester ging in die Geschichte ein, weil er den ersten christlichen Kaiser, Kaiser Konstantin, taufte. Unter Konstantin wurde das Christentum erstmals als Religionsgemeinschaft anerkannt. Im Zuge der Kalenderreform von Julius Caesar 46 vor Christus wurde der 1. Januar als Beginn des Jahres festgelegt. Das Datum fiel mit dem staatlichen Ämterwechsel zusammen. Im 17. Jahrhundert bestätigte schließlich Papst Innozenz XII. dieses Datum.