Auschwitz Komitee: Gedenktag ist Tag der Trauer und Empörung

Auschwitz Komitee: Gedenktag ist Tag der Trauer und Empörung

Das Internationale Auschwitz Komitee fordert ein härteres Vorgehen gegen rechtsextreme Strukturen in Deutschland und Europa. Schon viel zu lange habe man in Europa die rechtsextremen Netzwerke von Verschwörungslügnern und Hetzern gewähren lassen und die damit verbundene Bedrohung des Rechtsstaates gröblich unterschätzt, kritisierte Exekutiv Vizepräsident Christoph Heubner am Freitag in Berlin. All diese Gruppierungen agierten unter dem Schutz der Demokratie und propagierten gleichzeitig deren Zerstörung. Ihre Ideen hätten in die Katastrophe von Auschwitz geführt.

Der internationale Holocaust-Gedenktag am Samstag sei für die Überlebenden ein Tag der Trauer, der Sorge und der Empörung, sagte Heubner weiter: "Sie erleben diesen Tag im Gedenken an ihre ermordeten Familienangehörigen auch in dem Bewusstsein, dass erneut menschenfeindlicher und antisemitischer Hass in vielen Ländern Europas wuchert und allzu oft gerade junge Menschen vergiftet."

Gerade deshalb seien die Überlebende den Hunderttausenden Menschen dankbar, "die sich in diesen Tagen dem Vergessen entgegenstellen und die verstanden haben, dass die Demokratie sie jetzt als Beschützer und Förderer braucht". Dankbar seien die Schoah-Überlebenden auch all denjenigen, die sich jetzt dem Hass gegen Israel entgegenstellen, dem Land, das für viele von ihnen zur Heimat geworden sei.

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer des Holocaust, seit 2005 auch internationaler Gedenktag.